Tipps zu den Golfregeln

An dieser Stelle möchten wir Ihnen jeden Monat einen Tipp zu einer ausgewählten Golfregel geben. Wir hoffen, dass Ihnen unsere Regeltipps in Ihren nächsten Turnieren weiterhelfen und freuen uns gerne über weitere knifflige Fragen rund um die Golfregeln an  spielleitung@monrepos.golf.


Regel 13 - Grün | Sophie Renner

Da im Zählspiel jeder Spieler gegen alle anderen Spieler des Turniers spielt und alle Spieler nach den Regeln gleich behandelt werden müssen, hat das Zählspiel vor allem hinsichtlich der Scorekarte (Zählkarte) besondere Regeln.

Verantwortlichkeiten des Zählers

Die Ergebnisse eines Spielers werden vom Zähler auf der Scorekarte des Spielers eingetragen. Dazu sollte der Zähler nach jedem Loch die Anzahl der Schläge (gespielte Schläge + Strafschläge) mit dem Spieler abklären und auf der Scorekarte am entsprechenden Loch eintragen.

Nach dem Ende der Runde muss der Zähler diese Ergebnisse auf der Scorekarte durch Unterschrift bestätigen.

Verantwortlichkeiten des Spielers

Der Spieler sollte während der Runde seine Ergebnisse für jedes Loch im Auge behalten und mit dem Zähler abgleichen. Nach dem Ende der Runde sollte der Spieler die von seinem Zähler eingetragenen Ergebnisse sorgfältig auf Richtigkeit prüfen sowie sicherstellen, dass der Zähler die Ergebnisse auf der Scorekarte durch Unterschrift bestätigt.

Auch der Spieler muss die Lochergebnisse auf der Scorekarte bestätigen (Unterschrift). Bitte reichen Sie Ihre Scorekarte persönlich und unverzüglich nach Beendigung der Runde und dem Abgleich mit Ihrem Zähler bei der Spielleitung ein. Warten Sie ab, bis der „Recorder“ (die Person, die die Scores eingibt) Ihnen Ihr Ergebnis benennt und bestätigen Sie die Richtigkeit. Mögliche Fehler (falsche Schlagzahlen an einem Loch notiert oder Unterschreiben einer falschen Zählkarte) können, solange der Spieler noch im Raum ist, korrigiert werden. Mit dem Verlassen der Scoring-Area gilt die Scorekarte jedoch als abgegeben und auf der Karte können keine Eintragungen und Korrekturen mehr vorgenommen werden. Auch wird durch das beschriebene Verfahren vermieden, dass Fehleingaben durch den Recorder (Vertipper) zu einem falschen Ergebnis auf der Ergebnisliste führen und dies sofort und noch in der Scoring-Area bemerkt wird.



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Empfehlung zur unterschiedlichen Kennzeichnung von ursprünglichem und provisorischem Ball

Kommen Sie in die Situation, einen provisorischen Ball spielen zu müssen, dann empfehlen wir Ihnen folgendes Vorgehen, um mögliche Strafschläge zu vermeiden:

  1. Kennzeichnen Sie den ursprünglichen Ball auf eine andere Weise als den provisorischen Ball bzw. nutzen Sie einen Ball mit z.B. einer anderen Nummerierung. Sollten nämlich beide Bälle auf dem Platz gefunden werden und der Spieler kann diese Bälle nicht voneinander unterscheiden, dann muss er sich für einen der beiden Bälle entscheiden, der dann als provisorischer Ball betrachtet wird und zum Ball im Spiel wird (Strafe: Schlag und Distanzverlust). Der andere Ball gilt als verloren und darf nicht mehr gespielt werden.
  2. Kündigen Sie nach Regel 18.3b an, dass Sie einen provisorischen Ball spielen und nutzen Sie dazu das Wort „provisorisch“ und sagen möglichst Ballmarke und Nummerierung (idealerweise abweichend vom ursprünglichen Ball) an. Eine Aussage wie „ich spiele noch einen“ reicht nicht aus und führt dazu, dass der von der Stelle des vorherigen Schlags gespielte neue Ball automatisch zum Ball im Spiel wird (Strafe: Schlag und Distanzverlust)

Penalty Area und provisorischer Ball

Nach einem unserer Turniere wurde uns von einer Spielerin die Frage gestellt, ob und wann in Verbindung mit einer Penalty Area ein provisorischer Ball gespielt werden kann.

Dies ist laut Regel 18.3a nur dann zulässig, wenn der Ball sowohl innerhalb oder auch außerhalb einer Penalty Area verloren sein könnte. Ist sich der Spieler bewusst, dass der einzig denkbare Ort, an dem der ursprüngliche Ball verloren sein könnte, jedoch innerhalb einer Penalty Area liegen muss, ist ein provisorischer Ball nicht erlaubt. Wird trotzdem ein provisorischer Ball von der Stelle des vorherigen Schlags gespielt, wird dieser mit Strafschlag und Distanzverlust zum Ball im Spiel.

Im konkreten Fall war sich die Spielerin nicht sicher, ob es der Ball über die Penalty Area durch das Schilf auf das Rough oder Semi-Rough geschafft hatte. Wäre der Ball in der Penalty Area verloren gewesen, hätte die Spielerin unter Anwendung der Regel 17.1d von der Stelle des vorherigen Schlags (in dem Fall der Abschlag) erneut spielen wollen. Um Zeit zu sparen und nicht erst nach vorne laufen zu müssen und zu prüfen, ob der Ball liegt, war die Idee, dann einen provisorischen Ball zu spielen. In diesem Fall war das jedoch nicht zulässig, da nach Regel 18.3a der Ball, wenn er verloren gewesen wäre, nur innerhalb der Penalty Area verloren hätte sein können. Der als „provisorischer Ball“ gedachte Ball wäre damit sofort zum Ball im Spiel geworden. Hätte die Spielerin dann bei Umrundung des Sees festgestellt, dass ihr ursprünglich gespielter Ball doch liegt, darf dieser nicht mehr gespielt werden.

Wann darf der provisorische Ball nicht gespielt werden?

Wenn der provisorische Ball noch nicht zum Ball im Spiel geworden ist, muss er in diesen beiden Fällen aufgegeben werden:

  1. Wird der ursprüngliche Ball vor dem Ende der Suchzeit (3 Minuten) außerhalb einer Penalty Area auf dem Platz gefunden, muss der Spieler den ursprünglichen Ball spielen, wie er liegt (Regel 18.3c). Es besteht keine Wahlmöglichkeit, nur weil der provisorische Ball „besser“ liegt. Möchte oder kann der Spieler den ursprünglichen Ball nicht spielen, dann besteht natürlich nach Regel 19 die Möglichkeit, ihn als unspielbar zu erklären. Dies ist jedoch eine neue Spielsituation, die nicht mit dem zuvor gespielten provisorischen Ball in Verbindung steht. Dieser ist in jedem Fall aufzugeben.
  2. Wenn der ursprüngliche Ball in einer Penalty Area gefunden wird oder es bekannt oder so gut wie sicher ist, dass er in einer Penalty Area ist.



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Regel 16.1 beschäftigt sich mit „ungewöhnlichen Platzverhältnissen“ – dazu zählt eben auch „zeitweiliges Wasser“. Es darf von diesen ungewöhnlichen Platzverhältnissen straflos Erleichterung in Anspruch genommen werden.

Eine Erleichterung von diesen ungewöhnlichen Platzverhältnissen kann jedoch auch dazu führen, dass die Ball anschließend in besseren oder schlechteren Umständen liegt – dies ist dann Glück bzw. Pech für den Spieler.

Beispiel: Der Ball des Spielers liegt in zeitweiligem Wasser im Semi-Rough, der nächstgelegene Punkt der Erleichterung ist jedoch auf dem Fairway, dann hat der Spieler in diesem Fall „Glück“ und spielt vom Fairway weiter. Nichts in Regel 16.1 verlangt, dass der Spieler identische Umstände beibehalten muss.

Um Erleichterung wegen zeitweiligem Wasser in Anspruch zu nehmen, muss der Ball des Spielers diese ungewöhnlichen Platzverhältnisse berühren oder auf ihnen liegen oder der Stand oder der Raum des beabsichtigen Schwungs des Spielers beeinträchtigt sein oder, wenn der Ball auf dem Grün liegt, die ungewöhnlichen Platzverhältnisse auf dem Grün oder außerhalb des Grüns die Spiellinie beeinträchtigen.

  • Die Erleichterung ist überall auf dem Platz zulässig, außer der Ball liegt in einer Penalty Area.
  • Liegt der Ball im Gelände 1 ist der Bezugspunkt der nächstgelegene Punkt der Erleichterung im Gelände und die Größe des Erleichterungsbereichs beträgt eine Schlägerlänge, jedoch nicht näher zur Fahne und es muss vollständige Erleichterung in Anspruch genommen werden.
  • Liegt der Ball im 2 Bunker, muss für die straflose Erleichterung der nächstgelegene Punkt der Erleichterung im Bunker liegen. Gibt es keinen nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung (z.B. von der großen Wasserpfütze im Bunker), darf der Spieler Erleichterung in Anspruch nehmen, indem er die Stelle der größtmöglichen Erleichterung im Bunker als Bezugspunkt verwendet. Mit einem Strafschlag kann auch 3 außerhalb des Bunkers mit „Erleichterung auf der Linie zurück“ gedroppt werden.
  • Liegt der Ball auf dem 4 Grün, darf der Spieler straflose Erleichterung in Anspruch nehmen, indem er den ursprünglichen oder einen anderen Ball an den nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung legt. Der nächstgelegene Punkt vollständiger Erleichterung muss entweder auf dem Grün oder im Gelände liegen. Gibt es keinen solchen nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung, darf der Spieler trotzdem Erleichterung in Anspruch nehmen, indem er die Stelle größtmöglicher Erleichterung als Bezugspunkt verwendet, die entweder auf dem Grün oder im Gelände liegt.

 


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